Programm
Vom Rand der Gesellschaft zum Mainstream
Die Kultur der Misrachim in Israel
In nur wenigen Jahren nach der Gründung des Staates Israel verdoppelte die Gesellschaft des jungen Staates durch Migration. Viele der Migranten waren Juden aus arabischen Ländern (Misrachim), deren Leben in ihren Heimatländern sich nach der arabischen Niederlage im Krieg von 1948 dramatisch verschlechtert hatte. Angekommen in Israel sahen sich viele von ihnen konfrontiert mit dem Misstrauen der Aschkenasim, den aus Europa stammenden Juden, die die damalige israelische Gesellschaft prägten. Ihre Kultur wurde als "primitiv" betrachtet, und durch ihre arabische Sprache identifizierte man sie mit dem Feind. Erst Ende der 1970er-Jahren begann ein Prozess der Aufnahme der misrachische Kultur in den Mainstream. Heute definieren misrachische Israelis die Popkultur des Landes. Im Vortrag analysiert Noam Zadoff zentrale Momente dieser jahrzehntelangen Entwicklung, die Kultur und Selbstverständnis Israels dramatisch verändert haben.
Dr. Noam Zadoff ist Assistenzprofessor an der Universität Innsbruck. Unter anderem ist von ihm erschienen: Von Berlin nach Jerusalem und Zurück. Gershom Scholem zwischen Israel und Deutschland (Vandenhoeck & Ruprecht, 2020), und: Geschichte Israels. Von der Staatsgründung bis zur Gegenwart (C.H.Beck, 2020)
In Kooperation mit GERMANIA JUDAICA - Kölner Bibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums e. V.
Prof. Dr. Noam Zadoff
Mi, 25.02. 19-20.30 (2 UStd)
Dieser Kurs kostet 5,00€.
Nr. 2161H
Haus der Ev. Kirche, Kartäusergasse 9-11
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